E x h i b i t i o n s
Nadira Husain: Rider, Path, and Vehicle

For her third solo exhibition with PSM, which will also be the first in PSM’s new location,
Nadira Husain has made a series of new paintings. Continuing her interest in how economic
and cultural globalization conditions our response to images, Husain has embedded a broad
spectrum of motifs within her latest work. While images such as Smurfs, centaurs, and
Furries and other therianthropic or hybrid characters usually occupy their own cultural space,
in Husain’s compositions they become seamlessly blended in a dynamic painted realm. The
most prominent image, however, is that of the hobbyhorse rider: a young woman in sports
clothes atop a stick with a horse head, who runs and jumps as if she were part of the horse.
Husain came upon a video link of a hobbyhorse riding competition a number of months back
and became fascinated by the activity, which is quite popular in Scandinavia. This new sport
of hobbyhorse riding blends rider and mount, and it is this hybridization and fusion that
Husain became interested in.
The way cultural elements and themes can become intermingled or amalgamated has been
with us throughout human history: just think of the some of the other elements in Husain’s
paintings, like the centaur—a being that contains elements inherited from myth and reality. It
is the dynamism between inherited tradition and lived experience that has created these
beings and gods, just as it has all cultural products, including those of pop culture. Husain
highlights this dynamic and creative alteration in the content of her works by populating the
painted canvas with vivacious images from our (cultural) life, treating them as equals in a
postcolonial world. But Husain’s work goes beyond activating the viewer’s visual
understanding of the dynamism between the images of our past and our present. By often
adding sculptural elements or architectural interventions—as she has done in the new gallery
space—her work further flattens the hierarchy of imagery at work in our visual life by creating
an environment where the transmigration and alterity of contemporary images can be
physically experienced as part of the viewing. As the title of Husain’s exhibition alludes, we
are at once an active participant as well as a vehicle or vessel for continual change.

 


 

Für ihre dritte Einzelausstellung bei PSM, welche auch die Erste in den neuen Räumen der Galerie sein wird, hat Nadira Husain eine Reihe von neuen Gemälden angefertigt. Diese verfolgen weiterhin ihr Interesse daran, wie die wirtschaftliche und kulturelle Globalisierung unsere Wahrnehmung von Bildern beeinflusst und halten gleichzeitig ein breites Spektrum an Motiven bereit. Obwohl Schlümpfe, Zentauren, Furries und andere Mischwesen oder hybride Charaktere normalerweise einen eigenen kulturellen Ort bewohnen, fügen sie sich in Husains Kompositionen nahtlos in einer dynamisch malerischen Welt zusammen. Das auffälligste Bild ist jedoch jenes der Steckenpferd-Reiterin: Eine junge Frau in Sportkleidung auf einem Stock mit Pferdekopf, welche so rennt und springt, als wäre sie selbst Teil des Pferdes. Einige Monate zuvor stieß Husain auf ein Video von einem Steckenpferd– Reitturnier und begann, sich für diese Aktivität, welche in Skandinavien ziemlich beliebt ist, zu begeistern. Dieser neuartige Sport des Steckenpferd-Reitens lässt Reiter und Pferd verschmelzen, und genau für diese Hybridisierung und Fusion begann sich Husain zunehmend zu interessieren.

Die Art und Weise, auf welche kulturelle Elemente und Themen miteinander verschmelzen können, begleitet uns durch die gesamte Menschheitsgeschichte: Man muss nur an einige andere Elemente in Husains Bildern denken, wie beispielsweise den Zentaur – ein Wesen, das sowohl Elemente von Mythos als auch von Realität in sich birgt. Genau diese Dynamik von vererbter Tradition und gelebter Erfahrung hat diese Geschöpfe und Götter kreiert, sowie alle weiteren Kulturprodukte, eingeschlossen die der Pop Kultur. Husain hebt diese Dynamik und deren kreative Veränderung in ihren Arbeiten hervor, indem sie die bemalte Leinwand von lebhaften Bildern unseres kulturellen Lebens bewohnen lässt und sie somit als Ebenbürtige in einer postkolonialen Welt behandelt. Jedoch vermag es Husains Werk, über das Zusammenspiel von Bildern aus Gegenwart und Vergangenheit und die daraus resultierende Stimulation eines visuellen Verständnisses des Betrachters hinauszugehen. Oftmals arbeitet Husain zusätzlich mit skulpturalen Elementen oder architektonischen Interventionen – wie auch in den neuen Räumen der Galerie – so verringert sie die Hierarchie der Bilder, welche unser tägliches visuelles Umfeld bestimmen. Außerdem schafft Husain es, eine Umgebung zu kreieren, in welcher die Transmigration und Alterität von zeitgenössischen Bildern als Teil der Betrachtung physisch erfahrbar werden. Wie bereits der Titel der Ausstellung andeutet, sind wir gleichzeitig aktive Teilnehmer sowie Medium für andauernde Veränderung.